Künstliche Befruchtung: Familienministerin Schröder will finanziell helfen
Bis zum Jahr 2004 übernahmen die Krankenkassen komplett die Kosten der Paare für eine künstliche Befruchtung. Seitdem erstatten die Kassen nur noch die Hälfte der Aufwendungen für drei Befruchtungsversuche. Die Bundesfamilienministerin Schröder möchte dies ändern.
Unsere Bundesfamilienministerim Kristina Schröder strebt an, Familien, deren Wunsch nach einem Kind bisher nicht in Erfüllung ging, finanziell wieder mehr unter die Arme zu greifen. Sie möchte ungewollt kinderlosen Paaren finanzielle Unterstützung bei einer künstlichen Befruchtung zukommen lassen.
Noch wird allerdings über die Finanzierung in der Koalition diskutiert, obwohl das Ministerium bereits zehn Millionen Euro im Haushalt 2012 hierfür vorgesehen hat. Die Änderung möchte Schröder ab April 2012 durchsetzen. Geplant ist es, dass die finanzielle Lücke von Bund und Ländern zur Hälfte getragen wird.
Wie hoch sind die Kosten für eine künstliche Befruchtung
Paare müssen seit 2004 die Kosten für eine künstliche Befruchtung zur Hälfte selbst tragen für die ersten drei Befruchtungsversuche. Den vierten Versuch mussten sie sowieso schon ganz alleine bezahlen. Diese vier Versuche kosten ein kinderwilliges Paar etwa 10.000 Euro. Da diese große Summe viele Familienbudgets sprengt, will Kristina Schröder helfen.
Wie viele Kinder werden durch künstliche Befruchtung gezeugt
Die Statistik, die die Bundesfamilienministerin zur Hand hat, belegt, dass seit der Halbierung der Kostenübernahme 2004 die Anzahl der Geburten sich ebenfalls etwa halbiert hat. Waren es vorher jährlich etwa 17.000 Kinder, sind es seitdem nur noch etwa 8000 Kinder im Jahr, die auf diese Weise gezeugt wurden. Ein deutliches Indiz also, dass es am Geld liegt. Im Vergleich zum europäischen Ausland liegt Deutschland bei Schwangerschaften durch künstliche Befruchtung ziemlich abgeschlagen etwa im unteren Drittel.
Was sagen die Kirchen zur künstlichen Befruchtung
Das Thema wird kontrovers diskutiert und von der katholischen Kirche komplett abgelehnt. “Donum Vitae” ist eine lehramtliche Erklärung, die 1987 durch den Vatikan herausgegeben wurde. Ihr Vorsitzender war damals der heutige Papst. Das herausgegebene Dokument habe als Kerngedanken die “Einheit von sexueller Liebe und Zeugung”, erklärt Eberhard Schockenhoff aus Freiburg. Er ist katholischer Moraltheologe.
Eine klare Ablehnung gibt es bei der evangelischen Kirche nicht. Dennoch heißt es in einem “gemeinsamen Wort” der Katholischen Bischofskonferenz zusammen mit dem Rat der Evangelischen Kirche von 1997: “Die evangelische Kirche rät von der In-vitro Fertilisation – IVF - ab”. IVF bedeutet: Befruchtung im Glas.
Ziel von Bundesfamilienministerin Kristina Schröder
Schröder sieht ihren Vorstoß zugunsten der Finanzierung der künstlichen Befruchtung in Zusammenhang mit einem größeren Konzept. Zu diesem gehören neben Änderungen beim Adoptionsrecht auch noch die Vereinfachung von Elternschaft und gleichzeitigem Studium.
Warten wir ab, was die Politik diesbezüglich entscheidet, ob die Gesetzesänderung ab April 2012 wirklich durchgeführt werden kann.
Auf der Webseite der Evangelischen Kirche Deutschland können Sie mehr zu deren Meinung über die künstliche Befruchtung nachlesen.
Ähnliche Beiträge:
- Ministerin Schröder | neues Kinderschutzgesetz ab 2012
- Kinderwunsch: Paare sollen unterstützt werden
- Kirchliche Taufe: Vorbereitungen
- Kinderzimmer: helfen Plastikboxen Ordnung zu halten?
- Das Baby zahnt: helfen Beißringe oder Brotkanten?
Category : Baby &Baby und Kinder News






